Warum soll ich mich für einen Stil entscheiden? Kann ich mich und meine Lieben damit wirklich schützen und verteidigen? Handelt es sich um System-immanentes Üben oder läßt sich Gelerntes auf meinen Alltag übertragen?

Im dojo Erlangen wird Kampfkunst als Methode verstanden, den Einzelnen mit seinen Individualzielen in der Gemeinschaft zu fördern und weiterzuentwickeln. Miteinander. Vielleicht fühlen sich deshalb Übende mit unterschiedlichsten Vorerfahrungen und Graduierungen bei uns so wohl ...

Was ist Kempo?

Kempo (im Stil Bushin-Ryu)

ist ein System und eine Schule, die ihre Wurzeln in den Kampfkünsten aus Okinawa und China hat. Es verbindet effektivste Selbstverteidigung mit mentaler und spiritueller Schulung. Wissen und Erfahrungswerte aus dem asiatischen und westlichen Kulturkreis werden im Sinne einer ganzheitlichen Unterrichtsgestaltung in Theorie und Praxis integriert. Bushin-Ryu Kempo ist der Tradition verpflichtet - ohne von ihr abhängig zu sein.

Im praktischen Bereich beinhaltet es Techniken für alle Distanzen und Situationen eines Kampfes, wie lange, mittlere und kurze Distanz, Stand- und Bodenarbeit. Dementsprechend gibt es kontrollierte Schläge, Tritte, Hebel, Wurf- und Kontrolltechniken sowie katzenhaftes Ausweichen verbunden mit rundem Abwehren.

Eine Besonderheit für einen Karate oder Kempo - Stil sind die ausgefeilten Anwendungen der “fühlenden bzw. klebenden Hände”  (Kakie-Te) sowie langsam ausgeführte Spür- und Gleichgewichtsübungen, die zu einer soliden Beherrschung des Körperschwerpunktes (Hara oder Tanden) führen.

Alle diese Techniken werden als Bewegungsprinzip gemäß den 4 Elementen erlernt:

Ka  - Feuer
ka

Sui - Wasser
sui

Fu - Luft
fu

Chi - Erde
chi

Der fortgeschrittene Schüler erkennt so den Zusammenhang zwischen inneren (gefühlsmäßigen und gedanklich-mentalen) Zuständen und äußerer Aktion. Er versteht, daß innere und äußere Bewegungen eine Einheit bilden müssen (sanmitsu - Gedanke, Rede und Tat sind eins, Authentizität) und daß effektive Technik immer ein Resultat des freien Fließens der inneren Energie, der Empfindungen und des Vertrauens in das eigene Wesen ist. Dies wird durch ausdauerndes üben und eigenes Experimentieren erfahren - im Sinne des “learning by doing” .

Das verbindende

Quellelement ist       kara         Ku - die “Leere”,

die die Abwesenheit mentaler Blockierung im Augenblick des Handelns als auch das Nicht-Vorhanden-Sein negativer Absichten symbolisiert. Das führt zu einem offenen Geist und Herzen und vermeidet Voreingenommen-Sein und Vorurteil gegenüber Übungspartnern und Mitmenschen.

Dafür ist natürlich auch eine Ausbildung im mentalen und energetischen Bereich erforderlich; dies geschieht durch Atemformen (Kokyo-ho) ähnlich dem chinesischen Chi-Gung, dem Energie-Lenken (Ki-Jutsu), verschiedenen Meditationen (Za-Zen) und den mündlichen Unterweisungen des Lehrers (Mondo).

Der Ausdruck der erlernten Prinzipien erfolgt in festgelegten Einzelformen (Kata), im Team erarbeiteter Partnerformen (Embu) sowie im freien Übungskampf (Randori). Wettkampf innerhalb unserer Disziplin wird nicht betrieben, da wir unser technisches Repertoire nicht einschränken wollen.

AnfängerInnen in dieser Kunst beschäftigen sich zunächst mehr mit den grundlegenden Bewegungsformen und Mustern im äußeren Bereich. Sie erlangen jedoch schnell die entsprechende Effektivität und (Selbst-) Sicherheit, um dann kreativ in die weiterführenden Aspekte hineinzuwachsen.

Neben allen anderen positiven Effekten macht das Training auch “einfach nur Spaß”!

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